Die Hygienehypothese – auch ein mögliche Quelle für Allergien
Bei Menschen, die zunehmend steril aufgezogen wurden, werden vermehrt Allergien festgestellt. Da erinnert man sich dann an den bekannten Spruch, den Großmütter mitunter zu sagen pflegten: Ein bisschen Schmutz stört bei der Entwicklung nicht. Es ist tatsächlich so: Gerade in der westlichen Welt, in den Industriestaaten und wohlhabenden Ländern werden Kinder bisweilen von klein auf übertrieben sauber gehalten. Jeglicher Schmutz bleibt von den Babys oder Kleinkindern fern. Der Körper kann sich praktisch gar nicht darauf einstellen, dass es noch etwas Anderes gibt als übertriebene Hygiene. Schnell passiert es dann in etwas älteren Jahren, dass hier die eine oder andere Überempfindlichkeitsreaktion oder Allergie auf Schmutz oder Dreck auftritt. Der Körper hat nämlich während seiner Entwicklung durch übertriebene Hygienemaßnahmen keinerlei körpereigene Antikörper entwickelt und somit auch gar nicht die Chance, sich von selbst gegen den Dreck zu wehren. Später wird ihm das allerdings zum Verhängnis. Er muss auf einmal mit den einzelnen Schadstoffen klarkommen und umgehen, ohne vorher in irgendeiner Form damit Bekanntschaft gemacht zu haben.
Viele Eltern machen gerade bei Zwillingsbabys oder Frühgeborenen diesen Fehler. Sicherlich ist ein gewisser Grad an Hygiene unbedingt einzuhalten; bei zu viel Sauberkeit haben die schon leicht geschwächten Körper jedoch nie die Möglichkeit, ein gesundes Abwehrsystem aufzubauen. Und das ist auch der Grund dafür, warum Kinder, die zu früh geboren wurden (Frühchen) oder Kinder aus Problemschwangerschaften viel anfälliger für Allergien sind als diejenigen Kinder, die unter „normalen“ Umständen geboren wurden.
Man kann in diesem Fall ruhig Großmutters Sprüchen vertrauen und die Kinder mit einem bisschen Schmutz aufwachsen lassen. Das soll sich natürlich in Grenzen halten und ist kein Freischein dafür, den Hausputz von nun an komplett ausfallen zu lassen. Aber bei sehr ärmlich aufwachsenden Kindern oder in Ländern, die nicht die Hygienebedingungen wie die westlichen Staaten haben, ist die Allergierate tatsächlich um ein Vielfaches geringer. Hieran wird deutlich, dass übertriebene Hygiene das Immunsystem sicher nicht stärkt.












